Das Felsenmee bei Reichenbach

Das FelsenmeerDas Felsenmeer

Der Überlieferung nach entstand das Felsenmeer durch den Streit zweier Odenwald-Riesen. Der eine hauste auf dem Feldberg, der andere ganz oben auf dem Hohenstein. Der bewarf nun in seiner Wut den Felsberger mit einer Unmenge riesiger Steine, die den Gegner schließlich unter sich begruben. Und unter diesem Meer aus Granitsteinen liegt er noch heute. Stößt man dort mit dem Fuß kräftig auf den Boden, so kann man den Riesen noch stöhnen hören. (entnommen dem "Hessen-Lexikon")
Sollten Sie dieser Entstehungsvariante keinen Glauben schenken, so lesen Sie doch meinen Exkursionsführer (Teil I). Hier steht: „Eine Besonderheit soll noch erwähnt werden. Sie machte den Odenwald bereits für die Römer vor 1700 Jahren interessant. Es ist die sogenannte Wollsackverwitterung. Sie tritt vor allem im Granit auf. Das Felsenmeer bei Reichenbach ist ein Ergebnis dieser Verwitterungsform. In der Tertiärzeit bei einem warmen, subtropisch-tropischen Klima bildeten sich durch Temperaturunterschiede Spalten und Klüfte. Hier wirkte unter Mitwirkung des Wassers dann die chemische Verwitterung. Das feine Material, welches jetzt in Klüften entstand, wurde fortgeführt.
Geht dieser Prozess immer weiter, lösen sich die einzelnen Felsteile und werden zu Blöcken. So entstand das berühmte Felsenmeer im Odenwald. Diese Wollsackverwitterung kannst Du auch an vielen anderen Stellen im Odenwald finden. Die Felsburgen auf den Berghöhen (z. B. Tromm, Götzenstein, Kaiserturm) sind Ergebnisse dieser Verwitterungsform. Der Name für diese Verwitterung? Schau Dir die nächsten Bilder an. Mit Fantasie kannst Du übereinander liegende Säcke deuten.
Und die Römer? Sie nutzten bereits damals die durch die Verwitterung vorgegebenen Klüfte und spalteten mit Hilfe von aufquellenden Holzkeilen den Stein. Auch Steinsägen kamen bereits zum Einsatz. Die großen Blöcke bildeten wertvolles Baumaterial und wurden auf dem Landweg zum Rhein und dann auf speziellen Lastkähnen flussabwärts bis nach Mainz und weiter auf der Mosel bis nach Trier gebracht. Berühmt ist die Riesensäule im Felsenmeer. Römische Steinmetze schufen die 9,39 m lange und (geschätzte) 28 Tonnen schwere Säule. (Zum Vergleich: 1 Kleinwagen wiegt ca. 1 Tonne.) 
Wahrscheinlich war sie für eine römische Basilika in Trier bestimmt. Sie bildet heute einen Anziehungspunkt im Naturpark Odenwaldes.“
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