Sehenswerte Natur-Denkmale im Odenwald

Karsterscheinungen im Hinteren Odenwald – eine geologische Besonderheit: Erdbachschwinde
Im Odenwald dominieren Tiefen-, Umwandlungs- und Ergussgesteine im Westen und im Osten der Buntsandstein. Muschelkalk konnte sich im östlichen Odenwald in Einbruchsgräben des Buntsandsteins erhalten. In Erbach/Odenwald findet man zwischen dem Dorf Erbach und Stockheim - zu beiden Seiten der Eulbacher Straße - eine Flussschwinde (auch Ponor oder Schluckloch genannt). Der von Osten kommende Erdbach versickert hier (Südhang) in fünf Löchern und kommt etwa 100 m nördlicher im Gebüsch - nahe der Stockheimer Mühle - am Hang in einer tümpelartigen Verbreiterung wieder an die Oberfläche. Geologen vermuten ein ausgeprägtes unterirdisches Gangsystem mit Seen, denn das Wasser benötigt für diese kurze Strecke 23 Stunden (Messung mit Farbzusätzen). Höhlenforscher sollen das System schon auf 400 m begangen haben.

Das Felsenmeer bei Reichenbach ist ein Ergebnis der Wollsack-Verwitterung. In der Tertiärzeit bei einem warmen, subtropisch-tropischen Klima bildeten sich durch Temperaturunterschiede Spalten und Klüfte. Hier wirkte unter Mitwirkung des Wassers dann die chemische Verwitterung. Das feine Material, welches jetzt in Klüften entstand, wurde fortgeführt. Geht dieser Prozess immer weiter, lösen sich die einzelnen Felsteile und werden zu Blöcken. So entstand das berühmte Felsenmeer im Odenwald.
Siehe auch Kletterfelsen Hohenstein (Sage) - darunter!

Im Lautertal (Ortsteil Reichenbach) liegt 336 m ü. NN ein vom Deutschen Alpenverein anerkannter Kletterfelsen, der 17 m hohe Hohenstein. (Ein weiterer Kletterfels ist der 8 m hohe Borstein beim Naturfreundehaus.) Beide Felsen verfügen auch über Aufstiege mit geringem Schwierigkeitsgrad und werden von vielen Kletterkursen genutzt. Der Hohenstein (ausgewiesenes Naturdenkmal) besteht wie der Teufelsstein und der Borstein aus dem wiederstandsfähigem Barytquarz und bildet diese gewaltigen Klippen.
Die Sage allerdings erklärt die Entstehung des Hohensteins und des Felsenmeeres so:
Vor langer, langer Zeit warfen sich die 2 Riesen, „Steinbeißer“ und “Felshocker“ haben sie geheißen, aus reiner Langweile Gesteinsblöcke zu. Riese Felshocker stand am Felsberg und Riese Steinbeißer bei Hohenstein. Der Hohensteiner Riese soll mehr „Wurfgeschosse" gehabt haben und konnte deshalb auch mehr Felsen in Richtung „Felsberg“ schleudern. So entstand das berühmte "Felsenmeer". Die beiden Riesen liegen noch heute schlafend unter ihren Felsbrocken. Wenn man nachts an den Felsen lauscht, so kann man in der Tiefe ihr Schnarchen hören!

Die Waldkiefer auf der Ruine des in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbauten Auerbacher Schlosses, die seit über 300 Jahren auf dem Wehrgang der Schildmauer fast ohne Wasser wächst, ist ein richtiges Naturwunder, eine Bonsai-Kiefer. Unterhalb des Aussichtsturmes wächst eine knorrige Kiefer, wissenschaftlich Pinus silvestris genannt. Das ist erst einmal nichts Besonderes. Aber die Kiefer ist über 300 Jahre alt und dabei nur knapp sieben Meter hoch. Die Kiefer macht aus Nebel einfach Regen. Die spitzen Nadeln des Baumes fangen Nebeltropfen ein, die dann über die Wachsschicht ablaufen und zu Boden tropfen - genau in den von Platten ausgesparten Bereich des Wehrganges. Botaniker nennen dies "Kronentraufe". Außerdem haben Kiefern eine so genannte Pfahlwurzel mit hoher Wurzelenergie. Das bedeutet, dass sich die Wurzeln mit roher Gewalt selbst in kleinste Risse und Spalten drängen, um an die begehrten Nährstoffe zu gelangen.Die Auerbacher Kiefer zählt zu den Naturwundern Deutschlands. (entn.: Wikipedia)

1000-jährige Eiche (Dicke Eiche) in Airlenbach (Ortsteil von Beerfelden)
Alter: geschätzte 800-1000 Jahre
Höhe. 24 m
Stammumfang: über 8 m
Rindenstärke: 80 cm
Der Sage nach hat sich Siegfried, der Held des Nibelungenliedes, im Schatten der Eiche von der Jagd ausgeruht. Nach einer anderen Überlieferung war er selbst die Ursache des
enormen Baumwuchses. Auf der Jagd in den dichten Wäldern des Odenwaldes soll er einmal einen ganzen Tag lang einen gewaltigen Auerochsen verfolgt haben, bevor er ihn erlegen konnte. Aus einer Eichel,
die in die Blutlache des Tieres fiel, soll die Eiche von Airlenbach gewachsen sein. (entn.: HR - Kultur)

Libanon-Zeder oberhalb des Weinheimer Schlosses, gepflanzt um 1720,
Sie ist die größte Zeder Deutschlands:
Höhe: 23 m
Stammumfang: 5,20 m
Kronendurchmesser: 27 m

Geologische Besonderheit
Ort: Bismarckturm bei Lindenfels
Aus meinem „Kleinen Exkursionsführer für den Odenwald“: Übrigens kannst Du wenige Schritte vom Bismarckturm entfernt (nach Südost - auf der Wiese), eine geologische Besonderheit betrachten. Eine
Tafel informiert die Interessierten. Hier steht Biotitschiefer an der Oberfläche, der durchdrungen ist von hellem rötlichem Granit. Dieser Schieferzug trennt den Gabbro im Norden vom Granit im Süden.
Die Geologen haben diesen Schieferzug von Heppenheim bis Reichelsheim nachgewiesen.

Ein imposanter Baum ist auch die Zentlinde auf dem Heiligenberg bei Jugendheim. Sie steht direkt neben den Ruinen des Nonnenklosters. Eine Tafel gibt Auskunft zur Geschichte des Baumes:
„Die ‚Zentlinde’ auf dem Heiligenberg, neben der Klosterruine gehört mit dem geschätzten Alter von ca. 800 Jahren wohl zu den ältesten Lindenbäumen in Deutschland. Bereits 1447 wurde sie als ‚großer Baum’ auf dem Gerichtsplatz erwähnt. Die Linde ist seit Juli 1939 nach dem damaligen Reichsnaturschutzgesetz als Naturdenkmal ausgewiesen. Bereits im Mittelalter tagte unter der Linde das Gericht der Zent Jugendheim (lat. centum = hundert; in der Ursprungszeit also ca. 100 Familien, was in etwa einer Bevölkerungszahl von 500/800 Personen entsprach). Die Zent unterstand dem jeweiligen Landesherrn. Das Zentgericht ist seit 1399 urkundlich belegt. Der Galgenhügel (Richtplatz) befand sich am Westrand der Gemarkung Jugendheim. In der Mitte des 16. Jh. übernahm Darmstadt die ‚Blutgerichtsbarkeit’.
1714 wurde die Zent nach Zwingenberg verlegt und 1821 aufgehoben.“

Den "Magnetberg" im nördlichen Odenwald erreicht man vom Naturparkplatz "Burg Frankenstein" aus. (in südliche Richtung gehend) Bald zeigen sich die ersten "Magnetklippen". Das Gestein ist dunkler Gabbro (basisches, meist grobkörniges Tiefengestein). Die beiden wichtigsten Bestandteile sind zu 70% Plagioklas (Kalknatronfeldspat) und zu 20% Pyroxen (gehört zu der Gruppe der Augite - gr. auge = Glanz, gesteinsbildendes Mineral). Geologen nehmen an, dass das Gestein durch einen gewaltigen Blitzeinschlag magnetisiert wurde. Einen Kompass an die Steine gehalten und die Nadel zeigt deutliche Anziehungen in wechselnden Richtungen. Oder nehmen Sie einen kleinen Magneten mit. Er wird auch an einer senkrechten Gesteinswand haften! (siehe auch Ausflugsziele - hier!)
Wikipedia kennt eine passende Sage zum Magnetberg:
„Auf dem nahe der Burg gelegenen Ilbes-Berg (Magnetberg) befinden sich magnetische Steine. Der Magnetismus soll durch Hexen entstanden sein. Außerdem soll dieser Berg nach dem Brocken der zweitgrößte Hexenkultplatz Deutschlands sein. Historisch dürfte dieser enge Bezug des Ilbes-Berges als Hexenkultplatz aber eher jüngeren Datums sein und wie auch die Sagen um Johann Konrad Dippel erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sein. In den zeitgenössischen Dokumenten der Hexenverfolgungen in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt spielt der Ilbes-Berg zumindest keine Rolle. Damals galt Griesheim als Haupttreffpunkt der Hexen.“
MammutbäumeDer Weinheimer Exotenwald, er grenzt an den Schlosspark, wurde 1872 von Christian, Freiherr von Berckheim, angelegt. Wurden zunächst längs der Wege wertvolle Bäume gesetzt, so pflanzte man später zwischen diesen Alleen fremdländische Bäume (aus Nordamerika, Kleinasien, Nordafrika und dem Mittelmeergebiet). In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen insbesondere japanische und ostasiatische Pflanzen hinzu. Seit 1955 im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist der Exotenwald auf fast 60 ha gewachsen und umfasst heute rund 140 verschiedene Baumarten.
UrweltmammutbäumeSehenswerte Baumbestände: Mammutbäume (55 m hoch) und Urweltmammutbaum, Zedern, Zypressen
Bäume im leuchtenden „Herbst-Kleid“: Zuckerahorne, Scharlacheichen, Hickory, Tulpenbäume, Kuchenbäume, Weinahorne
Viele Tafeln geben Auskunft zu jeder exotischen Baumart. Eine Wanderung auf den breiten und guten Wegen ist immer lehr- und abwechslungsreich.
Im MoorNSG "Rotes Wasser" bei Olfen im Odenwald
Moore sind auch im Odenwald sehr selten geworden. Eines der letzten "echten" Moore ist das "Rote Wasser" oder "Olfener Moor" (Olfen, Ortsteil von Beerfelden). Es ist ein Hochmoor, das entsteht, wenn kalkarmes Wasser (Regenwasser) nicht wegsickern kann. Hier vermodern Heidekräuter, Wollgräser, Birken, Weiden und vor allem Torfmoose (Sphagnum), die die Bäume durch ihre Polster ersticken und absterben lassen. Da das Torfmoos in der Mitte am stärksten wuchert, wölbt sich das Hochmoor allmählich uhrglasförmig auf. (Daher der Name "Hochmoor"!)
Hochmoore bilden sich vor allem in stark beregneten Gebieten in Norddeutschland, aber auch in den Mittelgebirgen - wie unser "Rotes Wasser" bei Olfen! Moore sind streng geschützte Biotope. Hier wachsen noch seltene Pflanzen wie das Wollgras, der Sonnentau und die Moosbeere.
Bitte verlassen Sie nicht den gut begehbaren Weg! (Siehe auch Ausflugstipps- hier!)
Wird fortgesetzt!
Sagenhafter Odenwald

